Glück im Unglück an meinem Geburtstag

Gestern an meinem Geburtstag schwang ich mich aufs Rennrad und machte bei bestem Wetter eine Tour durch den Kanton (Avry, Domdidier, um den Murtensee, hoch auf den Vully, Galmiz, Altavilla, Cordast, Pensier und zurück nach Freiburg)

Doch schon in Domdidier der grosse Schreck: Ein Auto biegt ab, ich kann nicht mehr ausweichen, schlittere dem Auto entlang (was mich glücklicherweise abbremst) und falle vor das stehende Auto.

Welch’ ein Schreck! Ich stehe wieder auf, mir tut nichts weh und ich sehe keine Verletzungen, nur ein paar kleine Schürfungen; die Autofahrerin steigt schockiert aus.

Doch was mich beeindruckt: Ein Verkehrsunfall, es gibt keine Zeugen, doch die zwei Betroffenen (die Autofahrerin und ich) bleiben friedlich, beschuldigen einander nicht, sondern schauen sich alles ruhig an.
Zuallererst erkundigt sich die Dame nach meinem Befinden, will mich zur Apotheke fahren.
Sonst hört man anderes bei Unfällen: Jeder will den Anderen über den Tisch ziehen, selber schuld ist man sowieso nie.
Ich bedanke mich bei der Autofahrerin für diese würdige Verhalten, gegenseitiger Respekt ist ein Element, das unserer Gesellschaft gut tun würde.

Unsere ersten Wahlen im Kanton

Am 20. März finden die Gemeindewahlen im Kanton Freiburg statt.
Im Mai 2009 haben wir die Grünliberale Partei im Kanton gegründet und nun stellen wir uns frohgemut für die Wahlen zur Verfügung.
Wir sind grün-liberal, für manche Leute ein scheinbarer Widerspruch, für uns die logische Zusammensetzung.
Die Grünliberalen schlagen eine Gesellschaft vor, in der sich die Umweltpolitik harmonisch in eine soziale Wirtschaft einfügt.

  • Umwelt: Unsere Umwelt ist wertvoll und reich, sie muss mit Respekt und langfristiger Sicht genutzt werden.
  • Wirtschaft und Finanzen: Eine nachhaltige Nutzung der Umwelt ist eine Chance für die Wirtschaft, wir wünschen uns eine nachhaltige und innovative Wirtschaft. Auch beim Staatshaushalt ist die Nachhaltigkeit unabdingbar, die Finanzen müssen ausgeglichen sein und die Schulden dürfen auch hier nicht den Kindern aufgebürdet werden.
  • Sozialer Zusammenhalt: In unserer Gesellschaft gibt es Werte, die wir konstruktiv pflegen müssen. Wir wünschen uns eine respektvolle und soziale gerechte Gesellschaft. Das Individuum soll sich entfalten können, aber auch Selbstverantwortung zeigen. Unsere Sozialwerke sind grosse Errungenschaften, diese müssen erhalten bleiben, aber sie sind im Moment nicht nachhaltig.

Wir sind motiviert, gute Lösungen zu präsentieren und zu unterstützen.

Wer lesen will, ist klar im Vorteil

Das Original der Agentur iStockphoto und das Bild der SVP-Propaganda.

Das Abstimmungsbüchlein lesen ist nicht sehr kompliziert. In den Zeitungen wurden unzählige Tabellen publiziert, in denen die drei Möglichkeiten (aktuelles Gesetz, die Ausschaffungsinitiative und der Gegenvorschlag) gegenüber gestellt und verglichen werden.

Die Ausschaffungsinitiative ist schludrig formuliert, vermischt leichte mit schweren Delikten, hat Lücken, welche das Parlament noch Jahre beschäftigen würden, bevor die Bestimmungen in Kraft treten könnten und respektiert den Schweizer Rechtsstaat mit seine drei Gewalten nicht.

Wollen wir das? Will irgendjemand das? Dass die nächsten Jahre die Initiative nicht umgesetzt werden kann, nützt der SVP, sie kann sich weitere Jahre als Märtyrer aufspielen und beklagen, dass das Parlament nicht funktioniert und ihre Initiative verschleppe…nun kein Wunder, wenn das Ding so unfertig dem Volk zum Frass vorgeworfen wurde.

Und was hat eigentlich das Propagandaplakat mit der Abstimmung zu tun? Gibt es da irgend einen Zusammenhang? Nein, es werden Zusammenhänge erfunden und damit Ängste geschürt. Der erfundene Vergewaltiger Ivan S. hätte heute nicht die geringste Chance eingebürgert zu werden.

Zur Steuergerechtigkeitsinitiative fand ich heute diesen wunderbaren Leserbrief in der SonntagsZeitung:
«Wenn jemand nur alleine wegen der tieferen Steuern in der Schweiz lebt, so ist er ebenso wenig integriert wie der türkische Vater, der seine Tochter nicht zum Schwimmunterricht lässt.»